Sabine Heine | architectural illustrations
Rotterdam 
NL +31 6 34824999 
sh@sabineheine.com

VAT-id: NL 00244 3086 B65
handelsregister-id: NL 24444910


About architectural illustration
The beauty of hand drawing is that its accuracy can be used and adjusted accordingly. If you want to point something out or highlight it, line and detail are refined, more precise. On the other hand, inaccuracy also has its appeal for things which are often still unknown or should not yet be mentioned. One can quickly insert a fleeting line into a sketch in order to patch up a lack of information. My clients welcome this effect because it shows everything but confirms nothing. The viewer can observe a spatial and architectural situation and can perceive a certain mood. Incidentally, hand drawings also subliminally suggest that changes and participative opportunities are still possible. These specific strategic components, as well as the psychological and even legal aspects of an illustration are of great interest to me. Of course, creating an atmosphere or even adding a little scenic charm to the picture makes my work even more delightful. The current dominance of photorealistic architectural rendering enables me to find new ways of pursuing hand-drawn, architectural pictures. I do not require technical perfection or realistic diligence in my work, but instead I focus on conceptual statements, atmosphere and even poetry. For me, hand drawing has its very own place in our professional practice, not as a competitor to photorealistic rendering, but rather as a complement to it. My illustrations are often requested for larger urban projects in which the designs of different planners are combined and therefore the overall picture is presented with a homogeneous style. In my drawings, buildings often have façades or other details that still need to be created, designed and, of course, adjusted. Some details just naturally fade out behind trees. Often an illustration is required shortly before a deadline and no one in the design team has any time to make decisions about specific details. At best, there are the contender's reference pictures but other than that, my own  experience as an architect and  study of architectural literature is put into practice. This is what makes architectural illustration so exciting. Over and over again, a white surface waits to be filled...
Sabine Heine for the Construction and Design Manual / Drawing for Landscape architects, Prof. Dr. Sabrina Wilk, DOM-publishers, 2016


über die Architekturillustration...

https://de.pons.com/übersetzung/latein-deutsch/illustrare

Mir gefällt der der Begriff Architekturillustration, wie ich ihn mir aus dem Englischen abgeschaut habe, da „Illustration“ auf die erklärende und künstlerische Überarbeitung einer Zeichnung hinweist, entsprechend der Herkunft aus dem Lateinischen wird illustro übersetzt mit erleuchten, erhellen, erläutern, anschaulich machen - aber auch mit: Glanz verleihen, verschönern, verherrlichen und preisen. Das genau ist es , was wir als Gestalter mit einer Zeichnung bezwecken möchten: zum Einen das Erklären, ohne Worte zu verwenden und gleichzeitig auch das An-preisen. Schließlich wollen wir unseren Entwurf ja auch verkaufen. Nicht nur mit einer Wettbewerbszeichnung sondern auch bei einer einfachen Darstellung, die Kollegen, Chef oder Bauherrn überzeugen soll. Die Illustration hat dem photorealistischen Rendering einen entscheidenden Punkt voraus: ganz selbstverständlich akzeptiert der Betrachter das Unfertige, weniger detaillierte Bereiche und sogar ganz offen gelassene Stellen. Gerade bei konzeptionellen Darstellungen und im frühen Stadium eines Projekts sind viele Details ja noch gar nicht bekannt oder sollen auch ganz bewusst zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Diskussion gestellt werden. Viele Entwerfer sind sich der Problematik einer zu frühen Definition der einzelnen Elemente bewusst, deren Umsetzung sie später aus verschiedenen Gründen vielleicht nicht nachkommen können. Ideal also, sich nicht schon früh mit deren Darstellung festlegen zu müssen. Gerade auch im städtebaulichen Entwurf ist es relevant, keine konkrete Aussage über die Architektur zu machen, sondern die zeichnerische Betonung auf den Raum dazwischen zu legen, ohne das Bild aber unfertig erscheinen zu lassen. Neben diesem strategischen Aspekt des bewusst Offenlassens kommt auch noch ein psychologischer Aspekt hinzu: mit einer skizzenhaften Handzeichnung vermittle ich dem Betrachter unterschwellig, dass noch nicht alles genau festgelegt ist, dass das Dargestellte als eine visuelle Diskussionsgrundlage dienen soll bei der es jederzeit noch die Möglichkeit gibt, mitreden zu können. So glaube ich, dass die handgezeichnete Architekturillustration in der entsprechenden Planungsphase ihren einen eigenen Platz einnimmt, nicht als Konkurrenz sondern als Ergänzung zu einem fotorealistischen Rendering. Die handgemachte Illustration kann also ganz bewusst strategisch eingesetzt werden. Das vergessen wir ja oft, meistens auch aus Zweifel am eigenen Können oder vielleicht auch aus Bequemlichkeit. Im Moment haben wir ja das Glück, im Flow des Unperfekten und Individuellen, Handcrafted und DIY - Zeitgeist - mitzutreiben. Das Schöne an der Illustration ist es, dass die Genauigkeit kontrolliert eingesetzt werden kann: Soll etwas bewusst präzise dargestellt oder gezielt beleuchtet werden, verfeinern sich an dieser Stelle Strich und Detailgenauigkeit. Und umgekehrt hat gerade auch die Ungenauigkeit ihren Reiz: sind die Dinge noch gar nicht bekannt oder sollen bewusst nicht ins Bild gerückt werden, verflüchtigt sich der Strich an dieser Stelle oder die Detailgenauigkeit wird vager. Die wechselnde Informationsdichte mit dem willkommenen Effekt, dass zwar alles gezeigt, aber nichts wirklich festgelegt ist, fügt sich selbstverständlich in das Gesamtbild. Trotzdem kann der Betrachter eine räumliche und architektonische Situation und auch eine bestimmte Atmosphäre erkennen. Diese zu kreieren oder dem Bild noch eine kleine Geschichte hinzuzufügen macht das illustrieren natürlich besonders reizvoll. Gerade die Flut an photorealistischen Rederings gibt uns die Möglichkeit, neue Wege in der Architekturdarstellung einzuschlagen. Wir benötigen im Prinzip keine Übung mehr in naturgetreuer Perfektion, noch bedarf es technischer Fleißarbeit wie man das von der darstellenden Geometrie im Studium kennt (macht Sketchup sowieso besser und schneller), sondern wir konzentrieren uns jetzt auf eigene Handschrift, konzeptionelle Treffsicherheit, Atmosphäre und sogar Poesie. Die Illustration können auf einem einfachen Unterleger eines digital generierten Massenmodells oder Bestandsfotos aufgesetzt werden. Das Arbeiten mit Unterlegern erlaubt es, sehr wirtschaftlich und auch in Arbeitsteilung arbeiten zu können. Einen enormen Vorteil bietet das Erstellen eines einfachen Unterlegers in CAD, um schon hier den idealen Standpunkt oder eine passende Komposition zu wählen. In meinem Berufsalltag werden Illustrationen oft für größere städtebauliche Projekte angefragt, in denen die Entwürfe verschiedener Planer zusammenfließen und das Gesamtbild in einem einheitlichen Duktus präsentiert werden soll. Hier kommen verschieden Arten von Unterlegern zusammen, das können Massenmodelle, Handskizzen oder Streetview-Fotos sein, oft müssen Fassaden oder andere Details noch im Zeichenprozess erfunden werden und sich wie selbstverständlich einpassen, manche verschwinden dabei auch hinter Bäumen. Die Illustrationen entstehen ja meist kurz vor einem Abgabetermin und oftmals hat niemand im Entwurfsteam noch die Zeit, über alle Details eine Aussage zu treffen. Im besten Fall liegen von den Architekten Referenzbilder vor, ansonsten kommt mir in diesem Moment meine eigene langjährige Erfahrung als Architektin zupass. Das macht die Architekturillustration so spannend. Immer wieder muss noch eine weiße Fläche gefüllt werden, bei der die Planer noch nicht die Zeit hatten, schon alles festzulegen. Das wird dann mit der Illustration erledigt.
back to top