Sabine Heine | architectural illustrations
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The beauty of hand drawing is that its accuracy can be used and adjusted accordingly. If you want to point something out or highlight it, line and detail are refined, more precise. On the other hand, inaccuracy also has its appeal for things which are often still unknown or should not yet be mentioned. One can quickly insert a fleeting line into a sketch in order to patch up a lack of information. My clients welcome this effect because it shows everything but confirms nothing. The viewer can observe a spatial and architectural situation and can perceive a certain mood. Incidentally, hand drawings also subliminally suggest that changes and participative opportunities are still possible. These specific strategic components, as well as the psychological and even legal aspects of an illustration are of great interest to me. Of course, creating an atmosphere or even adding a little scenic charm to the picture makes my work even more delightful. The current dominance of photorealistic architectural rendering enables me to find new ways of pursuing hand-drawn, architectural pictures. I do not require technical perfection or realistic diligence in my work, but instead I focus on conceptual statements, atmosphere and even poetry. For me, hand drawing has its very own place in our professional practice, not as a competitor to photorealistic rendering, but rather as a complement to it. My illustrations are often requested for larger urban projects in which the designs of different planners are combined and therefore the overall picture is presented with a homogeneous style. In my drawings, buildings often have façades or other details that still need to be created, designed and, of course, adjusted. Some details just naturally fade out behind trees. Often an illustration is required shortly before a deadline and no one in the design team has any time to make decisions about specific details. At best, there are the contender's reference pictures but other than that, my own  experience as an architect and  study of architectural literature is put into practice. This is what makes architectural illustration so exciting. Over and over again, a white surface waits to be filled...
Sabine Heine for the Construction and Design Manual / Drawing for Landscape architects, Prof. Dr. Sabrina Wilk, DOM-publishers, 2016

Der Begriff Architekturillustration, wie er im Englischen gerne verwendet wird, weist auf die erklärende und künstlerische Überarbeitung einer Zecihnung hin. Das lateinische Wort „illustro/illustrare“ umschreibt es treffend mit „erleuchten, erhellen, erläutern, anschaulich machen“ - aber auch: „Glanz verleihen, verschönern, verherrlichen und preisen“. Das genau ist es , was wir als Gestalter mit einer Zeichnung bezwecken möchten: zum Einen das Erklären, ohne (viel) Worte verwenden zu müssen, zum Andern aber auch das Anpreisen.
Schließlich wollen wir unseren Entwurf ja auch erkaufen. Das kann eine Wettbewerbszeichnung sein oder schlichtweg eine einfache Darstellung, die Kollegen, Chef oder Bauherrn überzeugen soll. Die Illustration hat dem photorealistischen Rendering einen entscheidenden Punkt voraus: der Betrachter akzeptiert ganz selbstverständlich weniger detailliert dargestellte Bereiche und sogar offengelassene Stellen.
Gerade bei konzeptionellen Darstellungen und im frühen Stadium eines Projekts sind viele Aspekte noch nicht bekannt oder sollen auch ganz bewusst zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Diskussion gestellt werden.
Viele Architekten sind sich der Problematik einer zu frühen Definition einzelner Elemente bewusst, deren Umsetzung sie später aus verschiedenen Gründen vielleicht nicht nachkommen können und sich somit nicht schon früh mit deren Darstellung festlegen wollen.  Auch im städtebaulichen Bereich ist es relevant, keine konkrete Aussage über die Architektur zu machen, sondern die zeichnerische Betonung auf den Raum dazwischen zu legen, ohne das Bild aber unfertig erscheinen zu lassen. Neben diesen strategischen Aspekten kommt auch noch ein psychologischer hinzu: mit einer skizzenhaften Handzeichnung vermittle ich dem Betrachter auch ganz beiläufig, dass noch nicht alles genau festgelegt ist, sondern dass das Dargestellte als visuelle Diskussionsgrundlage dienen soll. Eine Architekturillustration kann in der entsprechenden Planungsphase ihren einen eigenen Platz einnehmen, nicht als Konkurrenz sondern als Ergänzung zum Rendering und Modell.
Sie kann ganz bewusst strategisch eingesetzt werden, ein Aspekt, den wir oft vergessen, vielleicht auch aus Zweifel am eigenen Können. Glücklicherweise kommt uns im Moment der allgemeine Zeitgeist des Individuellen und Unperfekten entgegen, der sich in Youtube, DIY und handcrafted manifestiert und sich dem Hochglanz und Industriellen entgegen zu setzen scheint.
Das Schöne an der Illustration ist es, dass die Genauigkeit kontrolliert eingesetzt werden kann: Soll etwas bewusst präzise dargestellt oder gezielt beleuchtet werden, verfeinern sich an dieser Stelle Strich und Detailgenauigkeit. Und umgekehrt hat gerade auch die Ungenauigkeit ihren Reiz: sind die Dinge noch gar nicht bekannt oder sollen bewusst nicht ins Bild gerückt werden kann der Strich an dieser Stelle dann flüchtiger werden oder die Detaillierung vager.
Die wechselnde Informationsdichte mit dem willkommenen Effekt, dass zwar alles gezeigt, aber nichts wirklich festgelegt ist, fügt sich selbstverständlich in das Gesamtbild. Trotzdem kann der Betrachter eine räumliche und architektonische Situation und auch eine bestimmte Atmosphäre erkennen. Diese zu kreieren oder dem Bild noch eine kleine Geschichte hinzuzufügen macht die Arbeit besonders reizvoll.
Gerade die Dominanz der photorealistischen Rederings gibt uns nun die Möglichkeit, neue Wege in der Architekturdarstellung einzuschlagen. Wir benötigen im Prinzip keine Übung mehr in naturgetreuer Perfektion oder technischer Fleißarbeit wie das bei vielen im Studium in Darstellender Geometrie gelehrt wurde, sondern wir können uns auf konzeptionelle Aussagen, Atmosphäre und auch eine poetische Aussage konzentrieren.
Die Illustration können auf einem einfachen Unterleger eines digital generierten Massenmodelles oder Bestandsfotos aufgesetzt werden. Das Arbeiten mit Unterlegern erlaubt es uns, sehr wirtschaftlich und auch in Arbeitsteilung arbeiten zu können. Sinnvoll ist es, schon beim Generieren des Unterlegers die ideale Komposition mit dem idealen Standpunkt zu wählen.  Meine Illustrationen werden oft für größere städtebauliche Projekte angefragt, in denen die Entwürfe verschiedener Planer zusammenfließen und das Gesamtbild in einem einheitlichen Duktus präsentiert werden soll. Hier kommen verschieden Arten von Unterlegern zusammen, das können Massenmodelle, Handskizzen oder Streetview-Fotos sein, oft müssen Fassaden oder andere Details noch im Zeichenprozess erfunden werden und sich wie selbstverständlich einpassen, manche verschwinden dabei auch hinter Bäumen. Die Illustrationen entstehen ja meist kurz vor einem Abgabentermin und oftmals hat niemand im Entwurfsteam noch die Zeit, über alle Details eine Aussage zu treffen. Im besten Fall liegen von den Architekten Referenzbilder vor, ansonsten kommt mir in diesem Moment meine eigene langjährige Erfahrung als Architektin und das Studieren von Fachliteratur zupass. Das macht die Architekturillustration so spannend. Immer wieder muss noch eine weiße Fläche gefüllt werden.
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